Wenn einem das Herz in die Hose rutscht

 

…und man sich ins Hemd macht…

 

 

Ängste gehören zur normalen Entwicklung von Kindern und spiegeln ihre wachsende Wahrnehmung von Risiken und Unsicherheiten wider. Im Volksschulalter treten häufig Ängste auf, wie die Angst vor Fehlern, vor Ablehnung oder vor neuen sozialen Situationen. Diese Ängste können kurzzeitig auftreten und wieder verschwinden, doch manchmal halten sie länger an und beeinträchtigen das Wohlbefinden und die Alltagsbewältigung des Kindes.
Ängstlichkeit zeigt sich oft durch Zurückhaltung, Unruhe oder sogar körperliche Symptome wie Bauchschmerzen.

 

 

Es ist wichtig, die Ängste eines Kindes nicht zu bagatellisieren, sondern als ernstzunehmendes Signal für seine inneren Herausforderungen zu betrachten. Kinder brauchen in solchen Momenten Unterstützung, um ihre Ängste zu verstehen und Strategien zu entwickeln, mit ihnen umzugehen. Oft wissen aber wir Erwachsene auch nicht, wie wir das machen sollen und sagen Dinge wie: „So schlimm ist das nicht“ oder  „Da brauchst du keine Angst haben“.  Auch ein ermutigend gemeintes "mach dir nicht ins Hemd", verfehlt die hilfreiche Wirkung.
Wir versuchen logisch zu erklären, warum man keine Angst haben muss – aber der Angst sind Erklärungen egal – sie ist immun gegen Erklärungen.

 

 

Hilfreich ist es erst mal zu verstehen wie die Angst funktioniert und welche wichtigen Funktionen sie erfüllt. Wichtig ist, die Gefühle der Kinder wahrzunehmen und anzuerkennen, z.B.: „Ich sehe, dass dich das sehr beschäftigt. Es ist in Ordnung diese Gefühle zu haben.“  
Gleichzeitig kann man das Kind in der Entwicklung seiner Selbstwirksamkeit unterstützen, indem man dazu ermutigt, kleine Schritte in angstbesetzten Situationen zu gehen. Z.B.: Bei der nächsten Geburtstagsfeier kurz vorbeizuschauen, bei der übernächsten schon etwas länger – stehts begleitet von Lob für jeden Fortschritt.

 

Professionelle Unterstützung kann ratsam sein, wenn Ängste stark ausgeprägt sind oder das Leben des Kindes stark beeinträchtigen. Gemeinsam mit einer Psychologin oder einem Psychologen können Eltern und Kinder Strategien erarbeiten, die Selbstvertrauen und innere Stärke fördern.